
Autor: Dr. med. Alexander Hierl, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin
Viele Raucher kennen die Warnungen zu Lunge und Krebs. Weniger klar ist oft, wie stark Tabak Herz und Gefäße trifft und wie schnell sich das Risiko nach dem Aufhören wieder senken lässt. Als Kardiologe sehe ich genau diese Fragen in der Sprechstunde. Hier die wichtigsten Zahlen aus großen Auswertungen und was sie für Ihren Alltag bedeuten.
Nikotin und die vielen anderen Stoffe im Tabakrauch belasten den Kreislauf auf mehreren Wegen: Blutdruck und Puls steigen, die Gefäßinnenhaut wird gereizt, das Blut neigt eher zur Gerinnselbildung, und Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen schreiten schneller voran. Das Ergebnis ist ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse.
Deshalb gilt: Je früher der Stopp, desto besser. Aber auch mit bestehender Herzkrankheit oder nach einem ersten Infarkt lohnt sich Aufhören noch.
Ein Cochrane-Review von Wu und Kollegen (2022) wertete 68 Studien mit über 80.000 Teilnehmenden aus. Menschen mit koronarer Herzkrankheit, die mit dem Rauchen aufhörten, hatten im Vergleich zu Weiterrauchern ein um rund ein Drittel niedrigeres Risiko, an Herzkrankheit oder Schlaganfall zu sterben. Auch weitere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse traten seltener auf (ebenfalls in der Größenordnung von etwa einem Drittel).
Auf dem Kardiologie-Kongress der ESC 2024 und später als Fachartikel vorgestellt: Mesnier und Kollegen untersuchten in der internationalen CLARIFY-Registerstudie 32.378 Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit. Wer nach der Diagnose aufhörte, hatte in den folgenden fünf Jahren ein um etwa 44 Prozent niedrigeres Risiko für kardiovaskulären Tod oder Herzinfarkt als aktive Raucher.
Wer nur die Zigarettenzahl verringerte, ohne ganz aufzuhören, zeigte dagegen keinen klaren Risikounterschied gegenüber denjenigen, die unverändert weiterrauchten. Jedes weitere Jahr aktiven Rauchens nach der Diagnose hing mit einem höheren Risiko zusammen (im Mittel etwa 8 Prozent mehr pro Jahr).
Kurz gesagt: Der Nutzen steckt im echten Stopp, nicht im „ein bisschen weniger“.
Viele denken, nach Jahrzehnten sei es zu spät. Daten aus Metaanalysen zu älteren Rauchern (unter anderem Auswertungen am Deutschen Krebsforschungszentrum) zeigen: Auch ein Stopp jenseits der 60 senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall messbar, oft schon in den ersten fünf Jahren. Je früher, desto besser. Aber „zu spät“ ist es selten.
Wenn Sie rauchen und sich ums Herz sorgen, Bluthochdruck haben, schon einen Infarkt hatten oder in der Familie Herzkrankheiten vorkommen, ist der Rauchstopp einer der wirksamsten Schritte, die Sie selbst steuern können. Tabletten und Stents ersetzen diesen Schritt nicht.
Viele schaffen den Stopp nicht allein. Dann lohnt ärztliche Unterstützung früh, nicht erst nach dem nächsten Schockmoment.
In der Praxis TabExit unterstützen wir den Rauchstopp mit einer kurzen ärztlichen Behandlung. Ablauf und Kosten: Raucherentwöhnung München. Praktische Tipps: Mit dem Rauchen aufhören. Zur Methode: Rauchfrei-Spritze. Weitere Beiträge: Tipps zum Rauchstopp, darunter Rauchen und Fruchtbarkeit.
Einen Termin können Sie über Startseite vereinbaren.
Rauchen erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei bestehender Herzerkrankung hängt ein Rauchstopp in großen Studien mit etwa einem Drittel bis rund 44 Prozent weniger schweren Ereignissen zusammen. Nur weniger zu rauchen reicht dafür oft nicht. Auch im höheren Alter und nach einem ersten Infarkt lohnt der Stopp noch.
In der CLARIFY-Auswertung brachte bloßes Reduzieren keinen klaren Vorteil gegenüber unverändertem Weiterrauchen. Der Nutzen hing am vollständigen Stopp.
Ja. Der Cochrane-Review zeigt bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit rund ein Drittel weniger Risiko für Tod durch Herzkrankheit oder Schlaganfall und seltener weitere schwere Ereignisse.
Ein Teil der Gefäßbelastung lässt schon in den ersten Wochen nach. Der volle Nutzen baut sich über Monate und Jahre auf. In den Studien zählte jeder zusätzliche Monat ohne Zigarette.
Nein. TabExit unterstützt den Rauchstopp. Bei Brustschmerzen, Atemnot oder bekannten Herzproblemen gehört die kardiologische Abklärung dazu.