
Autor: Dr. med. Alexander Hierl, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin
Viele Raucher spüren Husten, Schleim oder Kurzatmigkeit und fragen sich, was sich nach dem Rauchstopp ändert. Genau das wurde in großen Studien untersucht. Man hat sich dabei auf die Messung des FEV1 konzentriert. Diesen Wert bekommt man durch eine Lungenfunktionsmessung und er quantifiziert das Luftvolumen, das Sie in der ersten Sekunde maximal ausatmen können. Große Studien zeigen, wie sich dieser Wert nach dem Aufhören verhält und wie das Risiko für COPD-Krankenhausaufnahmen mit dem Stopp zusammenhängt.
Tabakrauch reizt die Schleimhäute der Atemwege, fördert chronische Entzündung und zerstört langfristig die elastische Struktur der Lunge. Husten, Auswurf und engere Atemwege sind frühe Zeichen. Später kann eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entstehen: Die Atemwege bleiben dauerhaft verengt, die FEV1 sinkt rapide, und Kurzatmigkeit nimmt stetig zu. Dieser beschleunigte Verlust an Lungenfunktion lässt sich durch einen Rauchstopp bremsen.
Die Lung Health Study untersuchte Raucher mit leichter bis mittelschwerer Atemwegsobstruktion. Scanlon und Kollegen werteten 3.818 Teilnehmende aus (mittleres Alter 48,5 Jahre, 36 Prozent Frauen) und maßen die Lungenfunktion jährlich über fünf Jahre. Die erfreuliche Nachricht: wer aufhört halbiert den Verlust an Lungenfunktion im Vergleich zu Rauchern.
Godtfredsen und Kollegen analysierten in Dänemark 19.709 Personen aus drei Bevölkerungsstudien über im Mittel 14 Jahre. Im Vergleich zu Rauchern konnte durch einen Rauchstopp das Risiko für eine schwere COPD-Erkrankung um 40 Prozent gesenkt werden. Wer weniger rauchte ohne ganz aufzuhören, hatte praktisch keinen Vorteil gegenüber unverändertem Weiterrauchen.
Der Nutzen steckt also im vollständigen Stopp. Bloßes Reduzieren reicht nicht aus, um die Lunge zu erhalten.
In den ersten Tagen und Wochen lässt der Hustenreiz nach, der Schleim wird weniger, und viele berichten über bessere Belastbarkeit beim Gehen oder Treppensteigen. Die FEV1-Messung zeigt den Nutzen oft erst nach Monaten und Jahren.
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Nach dem Rauchstopp stieg die FEV1 in der Lung Health Study im ersten Jahr im Mittel um 47 ml. Dauerhaft Abstinente verloren danach nur etwa halb so schnell Lungenfunktion wie Weiterraucher (31 gegen 62 ml pro Jahr). In der dänischen Auswertung von Godtfredsen hing der Stopp mit rund 40 Prozent weniger COPD-Krankenhausaufnahmen zusammen. Reduzieren ohne echten Stopp brachte dort keinen klaren Vorteil. Wer die Lunge schonen will, beendet den Tabakkonsum.
FEV1 ist das Volumen, das Sie in der ersten Sekunde maximal ausatmen können. Es ist der Standardwert, mit dem Ärzte den Verlauf bei COPD und nach dem Rauchstopp verfolgen.
Nein, aber Sie bremsen den weiteren Verlust an Lungenfunktion deutlich.
Nein, das reicht nicht. In der Godtfredsen-Studie senkte bloßes Halbieren den Unterschied gegenüber Weiterrauchen praktisch gar nicht. Der Nutzen liegt im vollständigen Aufhören.
Bei chronischem Husten, Auswurf, Atemnot oder bekannter COPD. Auch ohne Symptome kann eine Spirometrie den Ausgangswert dokumentieren, wenn Sie den Stopp planen.