

Autor: Dr. med. Alexander Hierl, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin
Viele Paare mit Kinderwunsch achten auf Ernährung, Supplements, Stress und den richtigen Zeitpunkt. Das Rauchen bleibt dabei oft im Hintergrund. Dabei zeigen Studien ziemlich klar: Tabak kann die Chance auf eine Schwangerschaft bei Frauen und bei Männern verschlechtern. In diesem Beitrag lesen Sie die wichtigsten Zahlen und was sie für Ihren Alltag bedeuten.
Eine große Auswertung von zwölf Studien in der Fachzeitschrift Human Reproduction (Augood, Duckitt und Templeton, 1998) kam zu diesem Ergebnis: Raucherinnen hatten ein um etwa 60 Prozent höheres Risiko für Infertilität als Nichtraucherinnen.
In derselben Auswertung ging es auch um künstliche Befruchtung (IVF). Bei Raucherinnen lag die Chance auf eine Schwangerschaft pro Behandlungszyklus um etwa ein Drittel niedriger als bei Nichtraucherinnen.
Was steckt dahinter? Der Tabakrauch kann die Reifung der Eizellen stören, den Hormonhaushalt belasten und die Einnistung in der Gebärmutter erschweren. Die amerikanische Fachgesellschaft für Reproduktionsmedizin (ASRM) fasst 2024 zusammen: Rauchen hängt mit schlechteren Chancen bei Kinderwunschbehandlungen und mit höheren Risiken in der Frühschwangerschaft zusammen.
Weitere Auswertungen passen dazu. Waylen und Kollegen (2009) fanden bei rauchenden Frauen in der künstlichen Befruchtung niedrigere Chancen auf eine klinische Schwangerschaft und auf die Geburt eines Kindes. Pineles und Kollegen (2014) zeigten: Wer in der Schwangerschaft aktiv raucht, hat ein um etwa 30 Prozent höheres Risiko für eine Fehlgeburt. Je mehr geraucht wird, desto stärker der Effekt.
Auch die Samenqualität leidet. Sharma und Kollegen (2016) werteten in European Urology 20 Studien mit 5865 Männern aus. Raucher hatten im Schnitt:
Bei starken Rauchern und bei Männern aus Kinderwunschkliniken war der Unterschied noch deutlicher. Neuere Arbeiten finden bei Rauchern außerdem häufiger Schäden am Erbgut in den Spermien. Das kann die natürliche Zeugung und auch Behandlungen wie IVF oder ICSI belasten.
Es reicht nicht, wenn nur eine Person aufhört. Passivrauchen kann die Fruchtbarkeit ebenfalls belasten. Das betonen die ASRM-Stellungnahme und aktuelle Zusammenfassungen der WHO. Wenn der Partner weiterraucht, bleibt der Rauch in der Wohnung. Am sinnvollsten ist ein gemeinsamer Rauchstopp.
Spermien brauchen für einen kompletten Bildungszyklus etwa 90 Tage. Viele Kliniken empfehlen deshalb, rund drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft oder vor IVF rauchfrei zu sein. In dieser Zeit kann sich die Samenqualität oft wieder verbessern.
Bei Frauen lohnt der Stopp so früh wie möglich. Manche Verbesserungen brauchen mehrere Monate. Wie stark sich die Chancen angleichen, hängt unter anderem vom Alter und davon ab, wie lange und wie viel geraucht wurde.
Ein Rauchstopp verbessert die Ausgangslage. Er ersetzt keine Untersuchung, wenn der Kinderwunsch schon länger unerfüllt bleibt.
Viele wissen, dass sie aufhören sollten, und scheitern trotzdem am Alltag. Gerade bei Kinderwunsch kostet das Zeit. In der Praxis TabExit in München unterstützen wir den Rauchstopp mit einer kurzen ärztlichen Behandlung. Ablauf und Kosten finden Sie unter Raucherentwöhnung München. Praktische Tipps zum Stopp: Mit dem Rauchen aufhören. Zur Methode: Rauchfrei-Spritze.
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Rauchen kann die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern messbar schwächen. Die Studienlage geht in dieselbe Richtung: höheres Risiko für Infertilität, niedrigere Chancen bei künstlicher Befruchtung, schlechtere Samenqualität und ein höheres Fehlgeburtsrisiko. Ein gemeinsamer Rauchstopp verbessert die Ausgangslage, am besten mehrere Monate vor dem Kinderwunsch. Er ersetzt keine Untersuchung, wenn eine Schwangerschaft länger ausbleibt.
Ja. Eine große Auswertung von zwölf Studien (Augood, Duckitt und Templeton, 1998) zeigte bei Raucherinnen ein um etwa 60 Prozent höheres Risiko für Infertilität. Bei künstlicher Befruchtung lag die Chance auf eine Schwangerschaft pro Behandlungszyklus um etwa ein Drittel niedriger.
Ja. Sharma und Kollegen (2016) fanden bei Rauchern weniger Spermien, schlechter bewegliche Spermien und häufiger auffällige Formen. Bei starken Rauchern und bei Männern aus Kinderwunschkliniken war der Unterschied noch deutlicher.
Spermien brauchen für einen kompletten Bildungszyklus etwa 90 Tage. Viele Kliniken empfehlen deshalb, rund drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft oder vor IVF rauchfrei zu sein. Bei Frauen lohnt der Stopp so früh wie möglich.
Nein. Passivrauchen kann die Fruchtbarkeit ebenfalls belasten. Wenn der Partner weiterraucht, bleibt der Rauch in der Wohnung. Am sinnvollsten ist ein gemeinsamer Rauchstopp.
Nein. Ein Rauchstopp verbessert die Ausgangslage. Er ersetzt keine Untersuchung, wenn der Kinderwunsch schon länger unerfüllt bleibt.